PISA-Studie zeigt: die Kreativität von Jugendlichen leidet unter der Bildschirmzeit

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Wenn über Bildschirmzeit gesprochen wird, denken viele zuerst an Kleinkinder. Doch eine der spannendsten Fragen betrifft Jugendliche: Was macht permanenter Medienkonsum mit der Fähigkeit, kreativ zu denken, Probleme zu lösen und eigenständig zu handeln?

Ein Blick auf aktuelle Bildungsdaten liefert dazu einen wichtigen Hinweis.

PISA 2022: Kreatives Denken unter Druck

Die PISA-Studie bewertet alle drei Jahre die Kompetenzen von 15-Jährigen in den OECD-Ländern. In der Erhebung von 2022 zeigte sich:
Deutsche Schüler:innen schnitten beim kreativen Denken eher unterdurchschnittlich ab.

Die damalige Bundesbildungsministerin Bettina Stark-Watzinger brachte es auf den Punkt:

„Kreatives Denken ist eine der Zukunftskompetenzen, um in einer zunehmend komplexen Welt das eigene Leben und die Gesellschaft verantwortungsvoll gestalten zu können.“

Diese Aussage ist bemerkenswert – denn sie lenkt den Blick weg von reiner Wissensabfrage hin zu Denkfähigkeit, Perspektivenwechsel und Gestaltungswillen.

Kreativität entsteht nicht erst im Jugendalter

Entscheidend ist ein oft übersehener Punkt:
Kreatives Denken fällt nicht plötzlich mit 15 vom Himmel.

Die Fähigkeit,

  • eigene Ideen zu entwickeln
  • Fragen zu stellen
  • Probleme auf neue Weise zu betrachten
  • Unsicherheit auszuhalten

hat ihre Wurzeln lange vor der Pubertät – und wird über Jahre hinweg entweder gestärkt oder geschwächt.

Was Bildschirm-Trance mit Jugendlichen zu tun hat

Auch wenn sich der Begriff Bildschirm-Trance meist auf jüngere Kinder bezieht, ist das zugrunde liegende Prinzip bei Jugendlichen ähnlich – nur subtiler:

  • Dauerbeschallung statt Denkpausen
  • Konsumieren statt Gestalten
  • Reizüberflutung statt innerer Vorstellungskraft

Jugendliche wirken dabei nicht „passiv“, sondern oft beschäftigt – doch innerlich bleibt wenig Raum für eigenes Denken, kreative Langeweile oder vertiefte Auseinandersetzung.

Warum kreative Denkfähigkeit heute so zentral ist

In einer Welt, die von KI, Automatisierung und schnellen Veränderungen geprägt ist, werden gerade jene Kompetenzen entscheidend, die nicht automatisierbar sind:

  • Kreativität
  • kritisches Denken
  • Problemlösefähigkeit
  • ethische Abwägung
  • Selbststeuerung

Wenn diese Fähigkeiten zu wenig entwickelt werden, zeigt sich das später nicht nur in Studien, sondern im Alltag junger Erwachsener: Unsicherheit, Überforderung, geringe Frustrationstoleranz.

Was Eltern und Schule konkret tun können

Es geht nicht darum, Bildschirme zu verteufeln – sondern Denk-Räume zu schaffen:

  • bewusste Medienpausen
  • Zeiten ohne Dauerbeschallung
  • Raum für Projekte, Diskussionen, eigenes Gestalten
  • echte Gespräche statt parallelem Scrollen

Kreatives Denken braucht Leerlauf, Reibung und echte Erfahrung – nicht permanente Reize.

Fazit

Die PISA-Ergebnisse sind kein Zufall.
Sie zeigen, was passiert, wenn kreative Denkprozesse über Jahre hinweg zu wenig Raum bekommen.

Wer Jugendliche auf eine komplexe Zukunft vorbereiten will, muss früher ansetzen –
nicht mit mehr Druck, sondern mit mehr Denkfreiheit.


Quelle: https://www.eltern.de/kleinkind/bildschirm-trance–ist-es-schlimm–wenn-mein-kind-beim-fernsehen-starrt–14061604.html?utm_source=firefox-newtab-de-de